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Informationen rund um die Ausbildung zum Übungsleiter Ski Alpin / Trainer C-Schneesport

Hallo Interessent/-in,

als Ausbildungsleiter Ski Alpin der NaturFreunde Bayern wurden mir in der Vergangenheit eine Menge Fragen zum Thema Ausbildung- und Prüfung zum Übungsleiter Ski Alpin bei den NaturFreunden gestellt. Dabei zeigte sich, dass sich viele Fragen wiederholten. Grundsätzlich ist in den Ausbildung- und Prüfungsrichtlinien alles ausführlich und umfassend beschrieben. Da aber nicht in jedem Falle Details gefragt sind, möchte ich hier die Gelegenheit nutzen immer wieder kehrende Fragen aufzugreifen und zu beantworten.

1. Wie alt muss ich für die Ausbildung zum Übungsleiter Grundstufe sein?
Das Mindestalter ist 16 Jahre für die ÜL-Grundstufe. Für die ÜL-Oberstufe 18 Jahre.

2. Wieviel Zeit ist für die Übungsleiterausbildung einzuplanen?
In der Regel benötigst Du für die Grundstufenausbildung eine Wintersaison, ebenso für die Oberstufenausbildung.

3. Was gibt es noch für Zulassungsvoraussetzungen zur Grundstufenausbildung?
Du musst Mitglied in einer Ortsgruppe der NaturFreunde sein und bei Lehrgangsbeginn einen gültigen Erste-Hilfe-Schein über 8 Doppelstunden vorzeigen, der nicht älter als zwei Jahre sein darf.

4. Wie sieht der allgemeine Weg zum Übungsleiter Ski-Alpin aus?
Nun, um am Ausbildungs- und Prüfungslehrgang teilnehmen zu können, musst Du - neben den formalen Voraussetzungen wie Alter, Mitgliedschaft, Erste-Hilfe-Schein - verständlicherweise zeigen, dass Du auch skifahrerisch ein gutes Niveau hast. Du solltest das Parallele Grundschwingen in verschiedenen Gelände- und Schneearten schon beherrschen, brauchst aber kein Perfektionist zu sein. Dies wird auf dem Sichtungslehrgang dann ausprobiert.

5. Wie teilt sich der Grundstufenlehrgang auf?
Am Anfang steht der Sichtungslehrgang. Dies ist ein Tag. Daran schließen sich drei Vorbereitungstage an. Den Abschluss bildet dann der Grundstufenlehrgang, der eine Woche dauert.

6. Was macht man alles auf dem Vorbereitungslehrgang?
Inhalte des Vorbereitungslehrganges sind skitechnische Elemente wie einfache Formen Schuss-/Schrägfahrt und Pflugbogen bis hin zu anspruchsvolleren Formen wie Formationsfahren, Kurzschwingen oder Buckelpiste (... falls es welche gibt).

7. Wann und wo findet der Vorbereitungslehrgang statt?
Soweit möglich finden die Sichtung und der Vorbereitungslehrgang in dem gleichen Skigebiet statt, in dem auch der Prüfungslehrgang sein wird. Die Termine werden rechtzeitig im Vorwinter auf unserer Homepage www.naturfreunde-ski.de bekannt gegeben. Es gibt einen Sichtungstag und drei Vorbereitungstage.

8. Was muss ich zum Vorbereitungslehrgang alles mitbringen?
Du brauchst neben Deiner Skiausrüstung und Kleidung eigentlich nur gute Laune mitbringen. Das andere ergibt sich von selbst. Wenn Du Dich vorher noch ein bisschen im Skilehrplan informierst, hast Du einen enormen Vorsprung.

9. Wie ist die gesamte Übungsleiterausbildung aufgliedert?
Es gibt zwei Hauptblöcke: Grundstufe und Oberstufe. wobei jedem Hauptblock Tage zur Vorbereitung vorgeschaltet sind. Bei der Grundstufe sind dies die Vorbereitungstage, bei der Oberstufe ist es ein verlängertes Wochenende, der sogenannte Aufbaulehrgang.

10. Aus welchen Teilen bestehen die Übungsleiterlehrgänge?
Sowohl der Grund- als auch der Oberstufenlehrgang bestehen aus 3 Hauptteilen, die jeweils erfolgreich absolviert werden müssen. Dies sind die Teile Praxis, Theorie und Lehreignung.

11. Wie sehen die Inhalte Praxis aus?
In der Praxis ist Demonstrationskönnen und sportliches, freies Fahren angesagt. In der Ausbildung wird sicherlich auf die Demonstrationsfähigkeit die meiste Zeit verwendet.

12. Was ist unter Demonstrationsfähigkeit zu verstehen?
Die Demonstrationsfähigkeit ist der entscheidende Unterschied zwischen guten Skifahrern und Übungsleitern/Skilehrer. Gut fahren können viele, es aber einem Schüler so vorzumachen, dass er schon alleine vom Beobachten erkennt, was er machen muss, ist der entscheidende Unterschied. Dieses Können, verschiedene Fahrformen deutlich und richtig vorzumachen, wird als Demonstrationskönnen bezeichnet. Und da dies meistens neue, interessante Fahrformen für die Teilnehmer darstellen, wird der Großteil der Praxiszeit für dieses Training verwendet.

13. Was wird in der Theorie bei der Grundstufe verlangt?
Die Inhalte der Theorie beziehen sich einerseits auf allgemeine Kenntnisse, die Grundlagen für das Abhalten eines Unterrichts darstellen (z.B. Planung und Aufbau einer Übungsstunde, Methodik, ÜL im Verband), und andererseits auf skispezifische Inhalte wie z.B. Skilehrplan oder Alpine Gefahren.

14. Was versteht man unter Lehreignung?
Lehreignung hört sich zwar etwas komisch an, ist jedoch ein feststehender Begriff für die Fähigkeit einen Unterricht zu halten. Während des Grundstufenlehrgangs wird diese Fähigkeit an mindestens zwei Tagen trainiert, bevor dann anhand einer vorbereiteten Lehrprobe die Lehreignung geprüft wird.

15. Was ist eine vorbereitete Lehrprobe?
Anhand der vorbereiteten Lehrprobe wird die sog. Lehreignung überprüft. Dabei handelt es sich um einen simulierten Unterricht am Hang, wobei das Thema zwei Tage vorher bekannt gegeben wird. Die anderen Lehrgangsteilnehmer fungieren dabei als Schüler. Der Prüfling ist der Lehrer und versucht, die "Schüler" mit entsprechenden Übungen unter geeigneten Bedingungen (Gelände, Schnee, Organisationsformen) entsprechend dem gestellten Thema zu unterrichten. Die Dauer dieser Lehrprobe beträgt ca. 20 Minuten, die erfahrungsgemäß meistens zu schnell vorbei sind.

16. Wen und wo darf man als Übungsleiter Grundstufe unterrichten?
Gemäß den Vorgaben des Ministeriums und der Versicherungen ist der Übungsleiter Grundstufe ein Teil der Übungsleiter Ski Alpin-Ausbildung. Dies bedeutet, dass der Übungsleiter Grundstufe auf markierten Pisten Unterricht auf dem Niveau erteilen darf, das seiner eigenen Ausbildung entspricht. Also einfach gesagt: Nicht abseits markierter Pisten, vom Anfänger bis sportlichen Skifahrer, und das alles nur dann, wenn ein Übungsleiter Oberstufe ebenfalls im Gelände unterwegs ist, der offiziell die Aufsicht über alle Kurse hat. Der Übungsleiter Oberstufe hat die Ausbildung zum Fachübungsleiter Ski Alpin abgeschlossen und kann somit frei unterrichten, solange es sich dabei um Pistenskilauf handelt. Touren zu führen wäre grob fahrlässig.

17. Welche Unterlagen werden für die Theorie benötigt?
Nun, grundsätzlich die aktuellen Skilehrpläne des DVS und Kinderskilauf, sowie die Lehrbriefe der NaturFreunde, die auf der Homepage www.schneesportteam.de zum Downloaden bereit stehen. Zudem wird jedem Teilnehmer rechtzeitig vor dem Grundstufenlehrgang eine Fragebogenkatalog mit Multiple-Choice-Fragen zur Vorbereitung zugesandt. 

18. Was ist unter Lehrbriefordner der NaturFreunde zu verstehen?
Gemäß den Richtlinien sind in der Theorie neben dem Skilehrplan noch andere Bereiche abzudecken. Dafür müsste dann jeweils eigene Literatur angeschafft werden, die erstens sehr teuer ist und zweitens meistens dann sehr schnell nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist. Das Bundeslehrteam hat sich daher die Arbeit gemacht, für jeden Themenbereich einen eigenen Lehrbrief zu schreiben. Somit stehen in sehr komprimierter und vollständiger Form alle für die Ausbildung wichtigen Themen zur Verfügung, und das ganze ohne teuere Literatur kaufen zu müssen.

19. Wo bekommt man die Lehrbriefe und wie viel kosten sie?
Die Lehrbriefe sind als PDF- Dokumente in einem Passwort geschützten Bereich auf der Homepage www.Schneesportteam.de abgelegt und stehen kostenlos zum Download bereit. Zugang erhalten Mitglieder der NaturFreunde Deutschlands, die Übungsleiter im Schneesport sind oder werden wollen. Zum Abrufen benötigt man einen Benutzernamen und ein Passwort. Beides kann per Mail an  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. angefordert werden

20. Wann sollen die Lehrbriefe bearbeitet werden?
Nun, es leuchtet wohl jedem ein, dass man auf dem Lehrgang weniger Stress hat, wenn man sich schon vor dem Lehrgang mit der Theorie befasst hat, und die auf dem Lehrgang vorgetragenen Referate dann eine Wiederholung bzw. Vertiefung des Stoffes darstellen. Erfahrungsgemäß bekommt man einen enormen Zeitdruck zu spüren, wenn man ohne Vorkenntnisse zum Lehrgang anreist und in einer Woche den ganzen Theoriestoff pauken muss.

21. Wie setzt sich die Benotung am Grundstufenlehrgang zusammen?
Wie oben erwähnt setzt sich die Ausbildung/Prüfung aus den drei Blöcken Praxis, Theorie und Lehreignung zusammen. Jeder Block muss mindestens mit der Note 4,5 abgeschlossen werden. Der Block Praxis setzt sich aus der Schnittnote "Demonstrationsfähigkeit" und "Freies Fahren" zusammen. Die Theorie wird anhand einer schriftlichen Prüfung, die Lehreignung anhand einer vorbereiteten Lehrprobe bewertet.

22. Was ist, wenn ich bei der Prüfung durchfalle?
Nun, ist nur ein Block nicht bestanden, so muss lediglich dieser Block wiederholt werden. Sind zwei Blöcke oder alle drei nicht bestanden, so ist der komplette Lehrgang zu wiederholen.

23. Was ist, wenn ich noch weitere Fragen zur Übungsleiterausbildung habe?
Dann einfach bei mir melden, oder auf unserer Homepage im Forum eine Nachricht hinterlassen. Sollten sich obige Fragen nicht mit Deiner Frage decken, dann bitte diese einfach im Forum auf unserer Homepage stellen. Ich werde sie dann umgehend beantworten.

Arwed Raab Ausbildungsleiter Schneesport

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